Korvette der Klasse K130 erhält die Marinedrohne SKELDAR V-200
10.08.2018

Korvette der Klasse K130 erhält die Marinedrohne SKELDAR V-200


Die deutschen Korvetten der Klasse K130 erhalten die Marinedrohne SKELDAR V-200, so die aktuelle Mitteilung des Beschaffungsamtes der Bundeswehr, BAAINBw. „Mit diesem Vertragsschluss stärken wir die Marine mit einer signifikanten unbemannten, abbildenden Aufklärungsfähigkeit und legen damit das Fundament für weitere Schritte“, sagte Axel Hoffmann, Leitender Technischer Regierungsdirektor im BAAINBw und Projektleiter. Die Beschaffung umfasst ein unbemanntes Luftfahrzeugsystem SKELDAR V-200, bestehend aus zwei unbemannten Flugzeugen als Sensorträger, die volle Integration des Systems auf der Korvette der Klasse K130, ein Ersatzteilpaket sowie die Ausbildung des Bedien- und Wartungspersonals. Ab Ende 2019 soll von der K130 das unbemannte Aufklärungssystem SKELDAR V-200 starten.

Zur taktischen Notwendigkeit dieser Marinedrohnen für die Korvetten schrieb Vizeadmiral a.D. Hans Frank, ehemaliger Stv. Generalinspekteur, bereits 2016 in der Europäischen Sicherheit & Technik: „Zur Ausnutzung des Waffenspektrums war bereits in dem Taktischen Konzept K130 die Erweiterung des Aufklärungshorizontes durch Drohnen gefordert worden. Im Verlauf der Beschaffung wurde dann die in der Taktisch-Technischen Forderung K130 weiterhin vorgesehene Marinedrohne zwar nach wie vor in Bezug auf die erforderliche Ausstattung mit Flugdeck, Hangar und Sensorik berücksichtigt, ihr Vorhaben jedoch aus Zeit- und Verfahrensgründen sowie damals nicht absehbarer Kostenumfänge vom Vorhaben der Korvette Klasse 130 abgekoppelt und in einen eigenständigen Beschaffungsvorgang überführt. (...)

Die Korvetten waren am Horn von Afrika in der Piratenbekämpfung und sind jetzt vor der Küste des Libanon im Rahmen der UN-Mission UNIFIL eingesetzt. Beide Seegebiete haben einen dichten Seeverkehr; diesen gilt es zu überwachen, die Schiffe zu identifizieren und verdächtige Fahrzeuge, ob Piraten oder Waffenschmuggler, auszumachen, zu kontrollieren und ggf. unschädlich zu machen. Schnellboote können dies aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit von 36 bis 38 kn allein leisten, Korvetten mit maximal 26 kn brauchen zwingend eine Aufklärungsunterstützung, die für sie die Identifizierung und Feststellung möglicher Täterschaft durchführt. In einem multinationalen Aufgabenverbund, wie bei „Atalanta“ am Horn von Afrika, übernimmt oftmals eine andere Nation diese Luftaufklärung, doch den vollen Einsatzwert erhält die Korvette erst dann, wenn sie selbst eine Drohne als fest verfügbares Aufklärungsmittel besitzt.

In Krisenoperationen wird dies noch bedeutsamer. Auch hier gilt es, zu überwachen, aufzuklären und zu identifizieren – aber die Situation kann plötzlich eskalieren und in ein Gefecht umschlagen. Auch hier gilt, dass Schnellboote sich mit überlegener Geschwindigkeit kritischen Situationen entziehen können, dazu ist die Korvette nicht in der Lage. Deshalb kommt es darauf an, mithilfe eines eigenen Aufklärungsmittels rechtzeitig gefährlichen Situationen – wie beispielsweise einer Ansammlung von Speed Boats, wie sie besonders in den arabischen Gewässern zu finden sind – zu entziehen und diese auf Distanz zu halten, um ggf. mit dem Einsatz der Flugkörper diese Bedrohung auszuschalten.

Ist die Drohne somit schon bei Krisenoperationen unverzichtbar, gilt dies umso mehr bei Kriegseinsätzen. Um die Reichweite des Flugkörpers RBS15 Mk3 mit über 200 km nutzen zu können und damit die Korvette aus der Gefährdungszone gegnerischer Waffen herauszuhalten, bedarf es der Fremdortung durch die Drohne. Dies hat auch den Vorteil, dass die Korvette ihre Position nicht durch den aktiven Gebrauch ihrer bordfesten Sensoren preisgeben muss. Das gilt beim Einsatz gegen Seeziele, wird aber noch wichtiger bei der Bekämpfung von Landzielen. Informationen über das Ziel sowie anschließende Beobachtung der Trefferwirkung können zwar grundsätzlich auch über andere Mittel wie Satelliten oder Aufklärungsflugzeuge gewonnen werden, aber die direkte Kommunikation und Datenübermittlung zwischen Drohne und Korvette sichert verzugslose Echtzeit-Informationen, verhindert Kollateralschäden und lässt Änderungen in der Missionsplanung bis zum Abschuss der Waffe zu.

Es ist zu wünschen, dass die Arbeiten an dem Drohnenkonzept zügig abgeschlossen und eine Beschaffung eingeleitet werden kann, damit die bereits im Dienst befindlichen Korvetten wie die noch weiter zulaufenden Einheiten endgültig ihre volle Einsatzfähigkeit erhalten.“


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