Joint Venture Rheinmetall und Rohde & Schwarz
24.03.2017

Joint Venture Rheinmetall und Rohde & Schwarz


Rheinmetall und Rohde & Schwarz sind eine weitreichende Partnerschaft eingegangen, um künftig eine führende Rolle bei der Digitalisierung der Landstreitkräfte zu übernehmen. Eine entsprechende vertragliche Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures für die Großvorhaben „Mobile Taktische Kommunikation“ (MoTaKo) und „Mobiler Taktischer Informations-Verbund“ (MoTIV) wurde jetzt von Vertretern beider Unternehmen unterzeichnet. Rheinmetall wird an diesem Joint Venture 74,9% der Anteile halten, die übrigen 25,1% werden bei Rohde & Schwarz liegen. Diese Aufteilung ist zumindest interessant, da eigentlich Rohde & Schwarz die Kompetenz und das Systemhaus zumindest für MoTaKo ist.

 

Die sichere medienbruchfreie Kommunikation vom Einzelschützen bis zum Hauptquartier ist das Ziel und die Herausforderung des Vorhabens Mobile Taktische Kommunikation (MoTaKo). Vor MoTaKo handelte es sich immer um Einzelvorhaben, die große Gesamtsicht fehlte. Der einzelne Schütze mag denken, was braucht es überhaupt die Gesamtsicht, das Gerät soll schließlich nur funktionieren und mein Samsung, iPad usw. kann ähnliches schließlich seit Jahren leisten. Dabei übersehen wird die Tatsache, dass fast alle konventionellen Geräte durchaus ungenau sind, dies aber nicht weiter auffällt. Es kommt gerade nicht auf eine metergenaue, bzw. beim Scharfschützen zentimetergenaue, Einschätzung durch das System an. Ebenfalls ist die sichere bzw. verschlüsselte Datenübertragung für den Privatmenschen eher unwichtig, allen Snowdens zum Trotz. Bei einem Einsatz soll der afghanische Ziegenhirte aber auf seinem Smartphone nicht sehen, dass sich gerade in der Nähe eine Zierlerfassungssoftware einloggt. Die Kryptierung – selbstverständlich das Mittel der Wahl – kann ebenfalls ihre Tücken entwickeln, sobald mehrere sichere Systeme versuchen miteinander zu kommunizieren. So kommt es, dass mittlerweile einige Datenübertragungen zusammenbrechen, weil in dem Prozess einer simplen Übermittlung sechzehnmal eine Kryptierung stattfand.

Diesen und weiteren Schnittstellenproblematiken soll MoTaKo begegnen und dabei nebenbei auch noch die aktuell vorhandene hoffnungslos veraltete Hardware der Bundeswehr ersetzen. Eines der Großvorhaben innerhalb von MoTaKo ist die Streitkräftegemeinsame Verbundfähige Funkgeräte-Ausstattung (SVFuA), bei dem Rohde & Schwarz als Integrator die Leitung des Konsortiums aus EADS (oder Cassidian bzw. Airbus) und Thales besitzt.

 

Der Mobile Taktische Informationsverbund (MoTIV) soll wiederum alle Elemente in einer Sicht zusammenbringen und zu einem einheitlichen Battle Management System führen. Beide Vorhaben zusammen summieren sich auf einen Auftragswert von mehreren Milliarden Euro, da die mittlerweile hoffnungslos veralteten vorhandenen Geräte sich rein technologisch kaum sinnvoll einfügen lassen und sich zudem ein nennenswerter Investitionsstau gebildet hat, so dass ganze Technologieträgersysteme einfach nicht vorhanden sind. Wann die beiden Vorhaben allerdings auch zu Beschaffungsvorgängen führen, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen.


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