Großbritannien entscheidet sich für Boxer
02.04.2018

Großbritannien entscheidet sich für Boxer


Wie das britische Verteidigungsministerium bekannt gab, hat Großbritannien sich für den Boxer als neues gepanzertes 8x8-Radfahrzeug für seine vier hierfür vorgesehenen Mechanised Infantry Vehicle (MIV) Bataillone entschieden. Damit setzte sich der Boxer unter anderem gegen Konkurrenz aus Frankreich (VCBI), Finnland (Patria AMV) und der Schweiz (Piranha 5) durch.

„Das Verteidigungsministerium führte eine umfassende Marktanalyse der im Betrieb vorhandenen, in Betrieb genommenen und in der Entwicklung befindlichen gepanzerten Fahrzeuge durch. Die Analyse orientierte sich an den Anforderungen der britischen Armee und wie diese am besten zu erfüllen sind. Der Boxer bietet geschützte Mobilität, Kapazität, Flexibilität, Nutzen und Agilität“, lautete die Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums. „Im Rahmen des geplanten Zusammenschlusses wird auch von Rheinmetall, einer der Muttergesellschaften von ARTEC, erwartet, dass es im Rahmen des Programms ein Produktions- und Integrationszentrum für gepanzerte Fahrzeuge in Großbritannien einrichtet. Dies wäre eine bedeutende Verpflichtung, die zu einer dauerhaften Panzerfähigkeit in Großbritannien führen würde.“

Eine Bedingung gilt es allerdings zu erfüllen: Wie bei allen Rüstungsprogrammen müssen 60 Prozent der Produktion im eigenen Land durch britische Arbeitskräfte erfolgen. Das den Boxer produzierende ARTEC-Konsortium (64 % Rheinmetall, 36 % Krauss-Maffei Wegmann) schloss hierfür bereits im Zuge der Bewerbung um das Mechanised Infantry Vehicle Programm Partnerschaftsverträge mit britischen Unternehmen wie BAE Systems, Pearson Engineering und Thales UK, so dass diese Bedingung kein Hindernis darstellen dürfte. Rheinmetall hatte zudem im Vorfeld versichert, dass ein Großteil der Produktion sowie die Endmontage in Großbritannien stattfinden werde, wodurch sich diese Boxer dann auch von dort und nach den britischen Gesetzen exportieren ließen.

Insgesamt ist von einem Bedarf von rund 500 Fahrzeugen die Rede, das vorgesehene Finanzvolumen beträgt zwei Milliarden Pfund (rund 2,7 Milliarden Euro). Die Bewertungsphase soll zwar erst 2019 final abgeschlossen sein, mit der Verkündung am 31. März hat das britische Verteidigungsministerium die Entscheidung allerdings bereits vorweg genommen. Die ersten Fahrzeuge sollen 2023 bei der Armee in Dienst gestellt werden.


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