Es bleibt bei einer Bestellung von lediglich 100 Armata Panzern
31.07.2018

Es bleibt bei einer Bestellung von lediglich 100 Armata Panzern


Laut einer Meldung der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS vom 30. Juli 2018 bekräftigte der russische Vize-Ministerpräsident Juri Borissow, dass der modernste russische Panzer T-14 (Codename Armata) in einer Stückzahl von nur 100 beschafft wird. TASS verweist auf eine Aussage Borissows, der in der russischen Regierung Verantwortung für das Exportgeschäft russischer Wehrtechnik trägt, wonach die Streitkräfte aus Kostengründen auf eine größere Anzahl des modernen Kampfpanzers verzichten müssen. Nach Aussagen von Borissow vor russischen Medienvertretern ist eine umfassende Beschaffung von Armatas und Bumerangs (potentieller Nachfolger der russischen BTR Flotte) nicht notwendig, da die Streitkräfte mittels einer Modernisierung der aktuellen T-72, T-90, BMP und BTR Flotte wirtschaftlicher fahren, als diese durch die deutlich teurere moderne Technik zu ersetzen.

Nach Borissows Meinung reicht die modernste Version des T-72 aus, um mit modernsten Versionen des Abrams, Leclercs oder Leopard 2 mitzuhalten. Die Exporterfolge der unterschiedlichen T-72-Varianten sieht er als Beleg für die Überlegenheit des Panzers in Punkto „Preis, Effektivität und Qualität“.

Fachkreise bezweifelten seit der erstmaligen Vorstellung der Armata-Plattform während der Mai Parade 2015, ob die russische Ökonomie eine komplette Modernisierung der gepanzerten Truppen Russlands stemmen könnte. Obwohl der Hersteller des T-14 im Jahr 2015 eine Bestellung der russischen Streitkräfte von 2.300 Armatas angekündigt hat, haben die russischen Streitkräfte nur 100 Stück des Panzers unter Vertrag genommen.

Zum T-14

In der Tat stellt die Realisierung der scheitellafettierten 125-mm-Panzerkanone insbesondere für die russische Rüstungsindustrie (Uralwagonsawod in Nischni Tagil) eine besondere und anerkennenswerte Leistung dar. Eine Innovation ist das Scheitelkonzept jedoch nicht; in den 1970er und 1980er Jahren haben alle renommierten westlichen Nationen sich mit der Konzeption und Entwicklung von Scheitelpanzern beschäftigt. Am Ende kam man jedoch zu der Erkenntnis, dass die technisch-taktischen Nachteile die möglichen Vorteile überwiegen, und man blieb weiterhin beim Turmkonzept.

Die unbestreitbaren Vorteile des Scheitelkonzepts liegen in der maximal möglichen Überlebensfähigkeit für die Besatzung (bei einem vorgegebenen Gefechtsgewicht) und in den optimalen ergonomischen Randbedingungen für die Besatzung in einem Kompaktkampfraum im Fahrgestell. Diese Vorteile des T-14 waren aber auch dringendst erforderlich, da die bisherigen russischen Kampfpanzer katastrophal schlechte Verwundbarkeitsmerkmale und zumindest aus westlicher Sicht sehr ungünstige ergonomische Randbedingungen aufwiesen.

Wie bei jedem Panzerkonzept stehen den Vorteilen auch nennenswerte Nachteile entgegen. Dies betrifft u. a. die Bereiche: Gefechtsfeldbeobachtung, Zielaufklärung, Automatisierung inklusive Zuverlässigkeit, Waffennachführung, Notbetriebsmöglichkeiten, Schutzniveau der Waffenanlage und Erhaltung der Missionsfähigkeit.

Beim T-14 wurde die Besatzung (Kommandant, Richtschütze, Fahrer) in einem Kompaktkampfraum hinter der sicherlich sehr starken Bugpanzerung platziert. Hinter dem Kampfraum befindet sich in der Unterlafette ein Ladeautomat mit 32 Schuss (getrennte Munition). Insgesamt sollen 45 Schuss für die Hauptwaffe mitgeführt werden. Hinter einer Schottwand liegt im Heck das Triebwerk. Bei dem Motor handelt es sich um einen in Chelyiabinsk neu entwickelten Zwölfzylinder Dieselmotor in X-Anordnung der Zylinder mit Abgasturboaufladung und Ladeluftkühlung (Dauerleistung 882 kW, Kurzzeit-Höchstleistung 1.103 kW). Es kommt ein neues Zwölfgang-Automatikgetriebe mit einem hydrostatischen Lenkantrieb zum Einbau. Das Siebenrollenlaufwerk weist eine herkömmliche Drehstabfederung auf.

Der Schutz des T-14 wird vermutlich durch eine Kombination einer Mehrschicht-Verbundpanzerung und adaptierten Reaktivpanzerungs-Elementen gebildet. Weiterhin ist das Fahrzeug mit abstandsaktiven Schutzsystemen ausgerüstet (Soft-Kill und Hard-Kill-Systeme). Das Fahrzeuggewicht wurde mit 48 t angegeben.


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