Die Spezialkräfte der Bundeswehr erhalten neue Sturmgewehre
12.01.2017

Die Spezialkräfte der Bundeswehr erhalten neue Sturmgewehre


Die Spezialkräfte der Bundeswehr erhalten neue Sturmgewehre. Am 11. Januar startete das BAAINBw die entsprechende Ausschreibung. Bis zum 9. Februar können die Teilnahmeanträge eingesandt werden. Es handelt sich um einen 11 Mio. Euro Auftrag für insgesamt 1.750 Sturmgewehre, die zwischen dem 10. September 2017 und dem 28. Juni 2019 zu liefern sind. Sowohl die ungewöhnlich kurze Einsendefrist als auch die Beschreibung in den Ausschreibungsunterlagen und natürlich der Stückpreis zeigen deutlich, dass die Bundeswehr hier reine handelsübliche Produkte ohne jegliche Zusatzentwicklung erwerben möchte. „Das leichte Sturmgewehr Spezialkräfte ist das vorrangige Handwerkszeug der Kommandosoldaten. Es muss präzise, zuverlässig und leicht sein, modular mit Zielgerät ergänzt werden können und über eine effektive Signaturreduzierung verfügen“, lauteten die Hauptanforderungen der KSK an ihr neues Waffensystem.

 

 

Das BAAINBw hat diese und weitere Fähigkeitsforderungen in folgenden Konstruktionsmerkmalen zusammengefasst:

1. Kaliber 5,56 x 45 mm NATO

2. Vollautomatischer Gasdrucklader

3. Beidseitige Bedienbarkeit

4. Signaturdämpfer

5. STANAG 4694 Schienen an Handschutz und Waffenoberseite (Picatinny Schiene)

6. Länge ohne Signaturdämpfer maximal 900mm

7. Einsatz in Gebieten mit den Klimakategorien A1-3, B1-3, C0-2 und M1-3 gemäß STANAG 4370 ohne Einschränkung der Funktionalität

8. Lebensdauer des Gehäuses mindestens 30.000 Schuss; Lebensdauer des Rohres mindestens 10.000 Schuss

9. Maximal 3,8 kg Gesamtgewicht ohne Magazin und ohne Optik

10. Zubehör wie Lasermodul, Stabtaschenlampe und Trageausrüstung

 

 

Somit auch die Spezialkräfte in Richtung der kleinkalibrigen Munition, leichtes Gewicht vor Durchschlagskraft. Die einschlägigen Unternehmen haben entsprechende Sturmgewehre in ihrem Portfolio. So könnte sich etwa FN Herstal mit den FN SCAR bewerben, oder Heckler&Koch mit dem G36 bzw. eher dem möglichen G36-Nachfolger HK416. Aber auch das neue, von Steyr Mannlicher und Rheinmetall vorgestellte RS556, das Sig Sauer MCX oder die Haenel CR223 dürften gute Chancen haben. Hinzu kommen zahlreiche weitere Unternehmen aus dem Ausland, wie etwa das tschechische Unternehmen OCZ mit dem CZ 805 BREN 2. Für die internationalen Unternehmen hat das BAAINBw in die Ausschreibungsunterlagen folgenden Passus aufgenommen: „Bei Unternehmen, die nicht in der EU ihren Sitz haben und fertigen, muss der Teilnahmeantrag zusätzlich folgende Angaben enthalten: 1. Eine Bescheinigung oder Unterlagen, die belegen, dass der Bewerber in Bezug auf Güterausfuhr, -verbringung und -durchfuhr die mit der Auftragsausführung verbundenen Verpflichtungen erfüllen kann, wozu auch unterstützende Unterlagen der zuständigen Behörden des oder der betreffenden Mitgliedstaaten zählen. 2. Die Information über alle für den Auftraggeber aufgrund von Ausfuhrkontroll- oder Sicherheitsbeschränkungen geltenden Einschränkungen bezüglich der Angabepflicht, Verbringung oder Verwendung der Güter und Dienstleistungen oder über Festlegungen zu diesen Gütern und Dienstleistungen.“

Es bleibt also abzuwarten, welche Schwerpunkte dann tatsächlich in der ersten Prüfung durch das BAAINBw gesetzt werden und welche Firmen schließlich in die Endauswahl kommen. Die Bieter müssen schließlich zuerst fünf Sturmgewehre als Muster zur Produktvorstellung vorvertraglich im Rahmen des Bietervergleichs zur Verfügung stellen. Dann folgen 40 Stück als Nachweismuster, wobei die integrierte Nachweisführung aus der Qualifikation und der Einsatzprüfung sowie Realisierung der Systemverträglichkeit Waffe/Optiken besteht. Erst dann folgt die Serie mit 1.705 Sturmgewehren.


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