Die digitale Gesellschaft beim IT-Sicherheitskongress des BSI
16.05.2017

Die digitale Gesellschaft beim IT-Sicherheitskongress des BSI


Heute früh begann in Bonn/Bad Godesberg der dreitägige IT-Sicherheitskongress des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Entwicklung der digitalen Gesellschaft zwischen Risikobereitschaft und Sicherheitsbedürfnis zieht sich dabei heute und die nächsten beiden Tage wie ein roter Faden durch die Themenvielfalt der Vorträge. In einem Punkt herrschte bisher uneingeschränkte Einigkeit: Der Staat muss den Schutz seiner Bürger und die Hoheit des Gewaltmonopols, die Gesellschaft ihre Normen und Werte, auch im Cyberraum durchsetzen.

Zum Wie zeigten die Redner wiederum verschiedene mögliche Wege auf. Der Präsident des BSI, Arne Schönbohm (im Bild), sieht eine Möglichkeit in Zertifikaten für Hard- und Software, damit der Bürger - gewissermaßen analog zur Energieampel - die Produkte einschätzen kann. "Wir brauchen ein vernünftiges Risikomanagement", forderte Schönbohm zudem und schloss an: "Es wird keine Digitalisierung geben, wenn es keine Informationssicherheit gibt." Um das BSI für diese stetig wachsenden Aufgaben richtig aufzustellen, habe die aktuelle Regierung den Aufwuchs um ein Drittel in diesem Jahr beschlossen. "Und weil die Nachwuchsfrage immer zu heftigen Diskussionen führt, bin ich durchaus stolz darauf sagen zu können, über 90 Stellen von den 180 haben wir bereits besetzt", so Schönbohm. "Mit qualifiziertem und in mehreren Tests und Gesprächen ausgewähltem Personal."

Andreas Könen, Leiter der Stabsstelle IT- und Cybersicherheit im Bundesministerium des Innern (BMI), sah ebenfalls große Chancen in der Kennzeichnung, Verteilung von Gütesiegeln und Zertifikaten durch das BSI für IT-Sicherheitsprodukte sowie der Schaffung von transparenten Standards für allgemeine IT-Produkte. Weitere vier Punkte hob Könen als bedeutend für die Zukunft hervor: Eine neue Cybersicherheitsarchitektur; die Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft; Schaffung von mehr Sicherheit für Bürger und Unternehmen sowie den Schutz der Bundesverwaltung. Dies seien nur die vier in seinen Augen wichtigsten Punkte, zumindest in der Kürze der Zeit, der neuen Cybersicherheitsstrategie, die insgesamt 60 Elemente umfasst. Kurz ging Könen auf den Zeitplan der "Ersten Verordnung zur Änderung der BSI-Kritisverordnung" ein, mit der bisherigen Erfahrungen aus den kritischen Infrastrukturen Rechnung getragen und weitere Punkte konkretisiert werden: "Wir rechnen im Juni 2017 damit, dass die Verordnung in Kraft tritt." Die Befugnisse des BSI würden insgesamt weiter ausgeweitet. Neben dem BSI sieht Könen für die Zukunft auch einen deutlichen Ausbau und eine steigende Bedeutung des Nationalen Cyberabwehrzentrums (NCAZ) zur Abwehr sowie des Nationalen Cybersicherheitsrates als Strategischer Berater des Bundes. Dies aller ergebe sich, so Könen, aus der "Pflicht des Staates zur Gewährleistung von Freiheit und Sicherheit". "Auch im Cyberraum."


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