Beschaffungen und neue Systeme der Artillerietruppe
24.01.2017

Beschaffungen und neue Systeme der Artillerietruppe


Die Artillerietruppe kann mit ihren modernen Waffensystemen durch weitreichendes indirektes Feuer abstandsfähig, präzise, nahezu in Echtzeit, bei jedem Wetter und jeder Tageszeit wirken. Mit vier gemischten Artilleriebataillonen, mit Beobachtungs-, Rohr- und Raketenkräften auf Divisionsebene, Ausnahme Deutsch-Französische Brigade, ist sie aber nicht stark ausgeprägt, um für hochintensive Gefechte die unmittelbare Feuerunterstützung eigener Truppen sowie den Feuerkampf gegen gegnerische Artillerie zu gewährleisten.

Die Rohrartillerie verfügt nur über ca. 80 modernste Panzerhaubitzen 2000 von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) auf Leopard-Fahrgestell mit der Waffenanlage 155 mm L/52 von Rheinmetall, ein Aufwuchs auf rund 100 ist geplant. Reichweiten bis 40 km und präzise Wirkungen werden durch neuartige Geschosse, modulare Treibladungssysteme sowie automatisch tempierbare Zünder erzielt. Die lasergelenkte 155-mm-Präzisionsmunition Vulcano der Firmen OTO Melara und Diehl Defence könnte 2017 eingeführt werden. Die damit mögliche Bekämpfung von Einzelzielen auf einen Meter genau bedeutet eine weitere Qualitätssteigerung.

Von 38 Mittleren Artillerieraketensystem II (MARS, im Bild) der Fa. KMW mit dem innovativen Feuerleitsystem European Future Control System wurden bereits 20 Systeme im Kampfwert gesteigert. Die restlichen MARS könnten ab 2018/19 folgen. Neben Minenraketen mit jeweils 28 Minen AT-2 wird das neue Guided Multiple Launch Rocket System mit dem Gefechtskopf Unitary mit Splitter- und Sprengwirkung verschossen. Mit dem GPS-gestützten Trägheitsnavigationssystem der Rakete kann bis auf 85 km Entfernung gewirkt werden. Einzelziele werden auf unter zehn Metern genau getroffen.

Die Ausgestaltung der Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung (STF) mit ihren Führungs- und Koordinierungselementen ist bedeutend, könnte aber noch mehr forciert werden. Derzeit sind 20 Fennek für zehn Joint Fire Support Teams (JFST) (Hauptauftragnehmer KMW) auf Kompanieebene vorhanden, ca. 70 Fahrzeuge sollen ab 2017 folgen. Ab 2018 sollen JFST schwer für die Panzertruppe, JFS-Coordination Groups in Containern für die JFS-Entscheidungsebene Brigade/Division und später weitere JFS-Coordination Teams auf TPz Fuchs 1A8 für Bataillone beschafft werden.


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