Aufstellung Kommando Cyber- und Informationsraum - KdoCIR - der Bundeswehr
05.04.2017

Aufstellung Kommando Cyber- und Informationsraum - KdoCIR - der Bundeswehr


Heute fand auf der Hardthöhe in Bonn die feierliche Aufstellung des Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIR) statt. Der neue Inspekteur KdoCIR ist Generalleutnant Ludwig Leinhos. Dieses neue Kommando, das gleichberechtigt neben den bestehenden militärischen Organisationsbereichen entstehe, spiegele die Bedeutung von Informationstechnik und des Cyberraumes für die Bundeswehr wieder, betonte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrer Rede während des Appells. „Denken wir an den MedEvac-Hubschrauber in Mali, der nicht abhebt, ohne dass er an ein SAP-Programm angeschlossen wurde. Oder nehmen wir unsere neuen Fregatten der Reihe F125. Durch die Einführung einer weitgehenden Automation können wir bei diesen Schiffen die Besatzungsstärke auf fast die Hälfte reduzieren. Es sind somit dank moderner Technik leistungsfähigere Schiffe trotz kleinerer Crew. Oder der Eurofighter, der allein 80 Computer an Bord hat und 100 Kilometer Kabel“, betonte von der Leyen und führte als Konsequenz dieser Gegebenheiten aus: „Der Cyber- und Informationsraum ist eine eigene sicherheitspolitische Domäne geworden – neben Land, Luft, See und Weltraum – und er ist ein neuer Operationsraum für die Bundeswehr.“

„Als sechster Inspekteur der Bundeswehr werden Sie, General Leinhos, die Aufgaben Cyber, IT, Militärisches Nachrichtenwesen, Geoinformationswesen und Operative Kommunikation aus einer Hand führen“, beschrieb die Ministerin den Aufbau. „Bereits im Juli werden Ihrem Kommando rund 13.500 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstellt sein. Diese kommen aus den unterschiedlichsten Ecken der Streitkräfte und für sie alle gilt es, eine neue Heimat in der Bundeswehr zu schaffen.“

Das KdoCIR wird in Bonn an einem neuen (angemieteten) Standort direkt neben der neuen Liegenschaft des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seine Heimat finden. Anfangs noch mit einer Anfangsmannschaft von 260 Dienstposten, die dann bis 2021 bis 2023 die Sollgröße von 700 bis 800 Dienstposten einnehmen soll. In dem militärischen Organisationsbereich werden beginnend ab dem 1. Juli diesen Jahres etwa 5.500 Dienstposten (DP) Militärisches Nachrichtenwesen, 5.500 Diensposten IT-Cybersecurity (500 bis 600 DP werden hier aufgebaut), etwa 650 DP vom Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr sowie 850 Dienstposten für Operative Kommunikation dem KdoCIR unterstellt.

„Heute würden wir nicht an dieser Stelle stehen, wenn nicht eine Vielzahl von Akteuren innerhalb und außerhalb der Bundeswehr diese epochale Veränderung vorangetrieben hätten“, sagte Generalleutnant Ludwig Leinhos in seiner ersten Rede als neuer Inspekteur. Ein besonderer Dank gebühre dabei der Streitkräftebasis, von denen die meisten Kräfte zum KdoCIR kamen und kommen. Besonders der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, habe ihm dabei bei der „täglichen Arbeit ständig zur Seite gestanden“. „Die Streitkräftebasis ist der Bereich, der durch die Aufstellung des Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum die einschneidensten Veränderungen erfährt“, sagte Leinhos. „Nur dank eurer Offenheit für die Veränderungen und eurer mannigfaltigen Unterstützung war es möglich, unseren neuen Bereich sinnvoll zu planen und zeitgerecht aufzustellen.“ Er freue sich nun darauf, das neue Kommando mit den bisher einzigartigen Aufgaben mit Leben zu füllen. „Kurz gesagt, wir verteidigen die Freiheit Deutschlands im Cyberraum“, schloss Leinhos. „Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam – mit genügend Raum für Individualität – das neue Kommando Cyber- und Informationsraum als eine schlagkräftige Dienststelle und Kopf des Bereiches für die neue Dimension der Bundeswehr etablieren können.


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