Spezialkräfte der Luftwaffe
23.11.2016

Spezialkräfte der Luftwaffe


Seit der Weisung zur Umsetzung der Führungsorganisation der Spezialkräfte der Bundeswehr am 11. November durch den Generalinspekteur der Bundeswehr besitzt die Luftwaffe nun auch eigene Spezialkräfte. Wie aus der Luftwaffe bestätigt, sind die Besatzungen der Hubschrauber vom Typ Airbus H145M, Leichter Unterstützungshubschrauber für Spezialkräfte (LUH SOF), also die 4. Staffel des Hubschraubergeschwaders 64 Laupheim, jetzt offiziell die Spezialkräfte der Luftwaffe (SpezKrLw). Für die Besatzungen ändert sich allerdings erst einmal wenig. Schließlich fand die Beschaffung der Hubschrauber LUH SOF extra für die Spezialkräfte statt. Auftrag und Gliederung bleiben also gleich, jedoch wird diese Staffel „führungstechnisch“ der Abteilung Spezialoperationen des Einsatzführungskommando unterstellt. Somit werden alle Spezialkräfte und organisch dazugehörende Unterstützungskräfte zentral aus der Abteilung Spezialoperationen geführt.

Insgesamt soll die Luftwaffe 15 Maschinen der LUH SOF erhalten, die Zulieferung liegt vollständig im Plan. Am 11. Juli 2013 wurde der entsprechende Vertrag vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) im Gesamtwert von 194 Millionen Euro unterzeichnet, der die Lieferung einschließlich der entsprechenden Ausrüstungspakete bis Mitte 2017 enthielt. Am 27. November 2014 fand der erfolgreiche Erstflug des neuen Hubschraubers auf dem Firmengelände von Eurocopter in Donauwörth statt. Im Mai 2015 wurde die H145M von der EASA zertifiziert, damit war der Weg zur militärischen Zulassung frei. Die ersten beiden Exemplare wurden 2015 geliefert.

Die H145M verfügt über eine geräumige gepanzerte Kabine, große seitliche Schiebetüren und Hecktüren ermöglichen ein schnelles Auf- und Absitzen. Sie eignet sich für Transporteinsätze, zur Aufklärung mit einem elektro-optischen System, Suche und Rettung, zur Evakuierung von Verwundeten auch unter Nutzung enger Landeplätze sowie zur Feuerunterstützung. Der Hubschrauber ist mit einer neuartigen Bordelektronik mit Nachtsichttauglichkeit und digitalem Vier-Achsen-Autopiloten ausgestattet und für Einsätze bei Tag und Nacht sowie unter schwierigen Bedingungen optimiert. Die Kommunikationsausstattung ist interoperabel mit der anderer NATO-Streitkräfte.

Zur Ausrüstung gehören auch Abseilvorrichtungen, Haken für Außenlasten und Seilwinden. Dazu kommt die Möglichkeit der Ausstattung mit Bordwaffen, die Türbewaffnung mit MG 6 und eine Sniperplattform. Für die beiden Triebwerke gibt es eine vollautonome digitale Zweikanal-Triebwerkssteuerung (FADEC). Die Treibstofftanks sind selbstdichtend. Triebwerke und der Fenestron-Heckrotor erzielen einen deutlich unter unternationalen Maßstäben liegenden Geräuschpegel. Die H145M kann in einem Airbus A400M strategisch verlegt und unmittelbar nach der Entladung aus dem Transportflugzeug benutzt werden. Es lassen sich zwei Piloten und bis zu zehn Personen transportieren.


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